125 Jahre Gymnasium Blankenese:

Zeitsprung in die Unterrichtsmethoden anno 1892

Mit drei Lehrern und 77 Schülern fing damals alles an: Im Frühjahr 1892 gründeten engagierte Eltern im Hause Kiekeberg in Blankenese die „Wissenschaftliche Oberschule“ – das heutige Gymnasium Blankenese. Bereits zehn Jahre später hatte sich die Schülerzahl verdreifacht und die nun 260 Mädchen und Jungen zogen in den größeren Backsteinbau in der Oesterleystraße, der bis heute Sitz des traditionsreichen Gymnasiums ist. 125 Jahre später sind aus drei Lehrern 84 geworden und die Schülerzahl hat sich nochmals um das Vierfache gesteigert: 1.003 junge Blankeneser werden hier aktuell unterrichtet. Zur Jubiläumsfeier am gestrigen Donnerstag ließ sich Schulleiterin Ingrid Herzberg etwas ganz Besonderes einfallen: Einige Lehrkräfte erschienen gekleidet wie vor 125 Jahren zum Fest und gaben spielerische Einblicke in den Schulunterricht anno 1892. 

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es Ende des 19. Jahrhunderts an den Schulen ziemlich streng zuging. So wurde den Schülern beispielsweise vorgeschrieben, wie sie zu sitzen hatten (Fußsohlen am Boden, Kopf gerade, Schultern parallel zur Tischkante) und dass Befehle der Lehrer „rasch und geräuschlos“ befolgt werden müssen. Beim Schönschreiben mussten sie sich sogar im Takt bewegen! Heute wird glücklicherweise ganz anders unterrichtet: Schüler dürfen sich am Tisch bewegen, und geschlagen werden sie schon lange nicht mehr – auch das gehörte damals zu den erzieherischen Maßnahmen. „Das Gymnasium Blankenese musste sich im Laufe der Jahre vielen weltpolitischen, sozialen und bildungspolitischen Entwicklungen stellen“, sagte Bildungssenator Ties Rabe in seiner Festansprache. Eines aber sei gleich geblieben: „Immer haben sich die Lehrkräfte darum bemüht, ihren Schülern das nötige Rüstzeug mitzugeben, damit sie in der Welt bestehen können. Ich gratuliere dem Gymnasium ganz herzlich!“

(Auszug aus dem Newsletter der Behörde für Schule und Berufsbildung vom 19.5.2017, Foto: Svenja Brandt)